Es sollte sie in allen Stadtteilen geben. Und in einigen Quartieren sind in den letzten Jahren schon welche entstanden: selbstorganisierte, offene Orte der Begegnung, in denen verschiedene Menschen niederschwellig zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam ihren Lebensraum nachhaltig gestalten – wir nennen sie Frei.Räume.

Frei.Räume sind …

Diese Frei.Räume sind wichtige Ankerpunkte für die Menschen im Quartier. Hier können sie hinkommen, miteinander ins Gespräch kommen, Ideen, Aktionen und Projekte umsetzen und selbst wirksam sein. Frei nach dem Motto „Wenn man nix tut, tut sich auch nix.“

Ein zentrales Anliegen dieser selbstorganisierten Freiräume ist es, den sozialökologischen Wandel vor Ort erlebbar zu machen und zu gestalten. Sie ermöglichen unkompliziert gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von Herkunft, Bildung oder Einkommen. Sie sind kein Indiz sozialer Brennpunkte sondern können in jedem Quartier entstehen – überall da, wo Menschen sich selbst organisieren und Veränderungen vorantreiben wollen.

Beispiele für solche Frei.Räume in Nordrhein Westfalen sind z.B. das Fachgeschäft für Stadtwandel und die PACT Werkstadt in Essen, Botopia Stadt in Bochum, der LEERSTAND in Oberhausen oder auch Utopia Stadt in Wuppertal.

Aber wir denken, es gibt noch viel mehr solcher Frei.Räume in Deutschland …

Frei.Raum.Forum – sollen wir uns vernetzen?

Selbstorganisiert, niederschwellig, offen für verschiedene Menschen, Experimentierraum für die nachhaltige Entwicklung im Quartier – so stellen wir uns Frei.Räume vor. Breiter aufgestellt als soziokulturelle Zentren mit ihren kulturellen Schwerpunkten und freier als kommunale oder soziale Quartiersmanagements, die eher im Verwaltungshandeln verhaftet sind.

Und wir wissen aus eigenem Erleben: mit dem Aufbau und der Organisation von Frei.Räumen macht man viele Erfahrungen und steht hier und da schnell vor ungeahnten Fragen und Herausforderungen. Wie gut, wenn sich andere finden, die das ein oder andere schon mal gemacht haben. Wenn Impulse, Begeisterung, Offenheit und Experimentierfreude auf menschliches und bürokratisches treffen, kann es schon mal dynamisch werden. Und gleichzeitig gibt es diesen wunderbaren Momente, die kleinen und großen Erfolge, die zeigen: einen Frei.Raum braucht jedes Quartier!

Deshalb haben wir das Projekt Frei.Raum.Forum ins Leben gerufen. Damit möchten wir Frei.Räume miteinander vernetzen, um voneinander und miteinander zu lernen, uns zu unterstützen und neuen Frei.Räumen den Start zu erleichtern.

Frei.Raum.Forum – braucht es das wirklich?

In ersten Gesprächen ist die Idee auf offene Ohren gestoßen. Aber ob sie wirklich trägt und wie überhaupt so ein Netzwerk aussehen kann und sollte, welche Formate es braucht und was neben all dem Engagement, das schon in die Frei.Räume fließt noch möglich ist, das gilt es herauszufinden.

Dafür müssen wir erst mal wissen, wo in Deutschland überhaupt Frei.Räume sind. Und auch prüfen, ob unsere Vorstellungen darüber, was sie sind und was nicht, der Realität stand hält. Vielleicht müssen wir unser Definition aber auch noch mal anpassen.

In der ersten Phase von November 2023 bis April 2024 recherchieren wir in einer Art Vorstudie potenzielle Frei.Räume in ganz Deutschland. Dabei hilft uns unser Netzwerk und natürlich auch das Internet und verschiedene Suchbegriffe. Einige Frei.Räume besuchen wir vor Ort und sprechen mit den Aktiven darüber, wie der Ort entstanden ist, welche Möglichkeiten die Räume bieten, was dort stattfindet, wie sie sich organisieren und finanzieren. Und natürlich sprechen wir auch darüber, ob und welcher Bedarf an Austausch und Vernetzung besteht.

Die Ergebnisse verraten es uns dann: Haben genug Frei.Räume Interesse und Bedarf an Vernetzung und Austausch, beantragen wir weitere Fördermittel und organisieren ein erstes Treffen, in dem wir gemeinsam überlegen, wie wir zusammen wirken wollen und das Netzwerk gründen.

Die Vorstudie für das Frei.Raum.Forum wird ermöglicht durch eine Förderung der E.ON-Stiftung.

Das Projektteam

Für die Umsetzung haben wir ein erfahrenes Team gewonnen, das selbst auch in Frei.Räumen aktiv ist:
Martina Nies, herdenintelligenz und aktiv im Fachgeschäft für Stadtwandel in Essen
Melanie Kemmner, mk Kommunikation und Mitgründerin von lala.ruhr
Alexandra Jaik, Mitgründerin von botopia e.V. und dem Raum 9 in Bochum

Du bist in einem Frei.Raum aktiv oder möchtest einen gründen und hast Interesse an Vernetzung und Austausch? Dan schreib gern an Martina Nies.

Mehr demmächst hier und auf unseren Social Media Kanälen …

Broschüre Frei.Räume im Quartier gestalten

Immer wieder sind wir im Fachgeschäft für Stadtwandel gefragt worden, wie man einen solchen Frei.Raum aufbaut und organisiert. Nach vielen sehr langen Gesprächen haben wir zusammen mit anderen Frei.Räumen die wesentlichen Aspekte zusammengetragen. Dank einer Förderung des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung konnten wir unser Wissen in einer Broschüre veröffentlichen. Jeder Frei.Raum für sich ist einzigartig und bekommt seine besonderen Charakter durch die Menschen, die ihn mit Leben füllen. Wenn ihr auch einen Frei.Raum schaffen wollt, schaut doch mal hier rein …

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